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Advent 2017

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Die Adventzeit bewusst und kreativ erleben!

Advent... In den Innenstädten werden endlose Lichterketten installiert, Weihnachtsmärkte, Vorgärten mit Weihnachtsbäumen geschmückt und die Wohnungen dekoriert. Aber wenn ich in mich hineinhorche, dann ist da keine Stimme zu hören, die sagt: „Hurra“ Advent, das bedeutet, Zeit des Trubels und der tausend Erwartungen die an mich gestellt werden.

Und dennoch ist da eine Sehnsucht nach etwas Anderem. Andrea Schwarz schreibt dazu: Advent heißt: Aufbruch ins Abenteuer-Erwartend auf dem Weg! Advent ist die Einladung zum Leben – und Jesus ist die menschgewordene Einladung Gottes. Wer sich auf eine solche Einladung einlässt, wer sich auf den Weg macht, der bleibt nicht unberührt. Das ist nicht immer ungefährlich. Wenn ich lebendig bin, riskiere ich Verletzungen und Enttäuschungen, muss Abschied nehmen und mich auf Neues einlassen.

Advent... diese Tage machen mir wie keine anderen im Jahr bewusst, in welchen Spannungen ich lebe: zwischen dem, wie ich sein möchte und dem wie ich bin; die Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen den Weihnachtsliedern, die mich in jedem Kaufhaus berieseln, und dem, was ich in mir und auf den Gesichtern der Menschen sehe. Da gibt es Dunkelheiten und Tränen, Leere, Gebrochenheit. Indem ich mich diesen Dunkelheiten stelle, kann mir bewusst werden was mir fehlt: Mangel an Beziehung, Sinnerfüllung, Gott.

Aus einem solchen Ahnen und Wissen um das Dunkle in mir wird dann eine tiefe Sehnsucht wachsen. Und das ist dann ein anderer Advent. Ich möchte dem Trubel entfliehen und mich auf den Weg machen zu Menschen, denen es geht wie mir und dabei doch das Neue wieder ganz für mich allein erleben. Am ersten Advent leuchtet nur schwach eine einzige Kerze in der Dunkelheit.

Die Jagd nach Geschenken in den Kaufhäusern, das Schreiben ungezählter Pflichtweihnachtsgrüße, der häusliche Weihnachtsputz wird plötzlich zweitrangig oder gar unwichtig. Vor diesem Bild verblasst der Einkaufs- und Zu-erledigen-Zettel. Stattdessen streife ich eine Stunde lang mit offenen Augen durch die Natur, nehme mir Zeit, einen Adventsimpuls mitzufeiern, mich mit Menschen zu treffen und zu plaudern, einen Gottesdienst mitzufeiern.

Es kommt darauf an, dass wir bereit sind, aufzubrechen und uns erwartend auf den Weg zu machen. Man muss dazu keinen unmöglichen Kraft- und Zeitaufwand betreiben. Weniger ist oft mehr! Dann wächst das Licht Woche um Woche, erhellt die Dunkelheit und in uns wächst die Sehnsucht, die uns an Weihnachten wie der Stern zur Krippe führt.

So wünschen wir uns eine gesegnete, bewusst erlebte Adventszeit. Im Namen des Pastoralteams wünsche ich Ihnen eine gesegnete und erfüllte Adventszeit.

Foto: hippolytus.de hands-1926414_by_myriams-fotos_cc0-gemeinfrei_pixabay_pfarrbriefservice.de